Über mich

Sturz und Zweifel

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Heute gibt es wieder einmal einen sehr privaten Beitrag von mir. Ich überlege schon lange darüber zu schreiben, aber irgendwie hat – auch dafür – die Motivation gefehlt.

Depressionen

In meinen Umfeld habe ich ein paar Menschen die mir sehr wichtig sind, die mit Depressionen zu kämpfen haben. Diese reichen von leichten Depressionen bis hin zu schweren Depressionen, soweit ich es von außen Beurteilen kann. Ich habe einigen dieser Personen versucht zu helfen. Gerade in den Zeiten wo es mir gut ging dachte ich, dass meine Positive Energie alle „dunklen Mauern“ durchbrechen kann. Leider konnte ich diese Personen nie so erreichen, dass es auch wirklich geholfen hat. Teilweise glaube ich, dass ich es schlimmer gemacht habe. Wieder eine Erwartung die diese Personen erfüllen mussten. 🙁 Leider bin ich nicht immer reflektiert genug, dass rechtzeitig zu merken.

Lange dachte ich auch, dass Depressionen ja „nur“ eine Kopfsache sind und man diese loswerden kann wenn man denn wirklich möchte. Einfach mit viel Energie und Disziplin sich Schritt für Schritt aus diesem „Loch“ befreien. Kann ja nicht so schwer sein…

(Merkt man, dass mein Denken manchmal sehr selbstzentriert und Arrogant ist?)

Ende 2018 gab es dann eine Änderung in meinen Leben die ich nie für möglich gehalten habe. Ich habe mich aus Mentalen Gründen krank schreiben lassen. Ich dachte, ich gehe zum Arzt und erkläre ihm „einfach“, dass es mir in der Arbeit nicht mehr gut geht. Dass ich gekündigt habe und er mich bitte bis zum Ende der Arbeitszeit krankschreien soll, da es mich belastet. Ich hatte mir einige kluge Argumente bereit gelegt wie ich dem Arzt vermitteln kann, dass es für mich WIRKLICH wichtig ist.

Es hat über eine halbe Stunde gedauert bis der Arzt überhaupt verstanden hat was ich von ihm möchte. Nur darüber zu reden wie es mir geht hat mich dazu gebracht in Tränen auszubrechen. Mir war es unmöglich mich in den ersten Minuten überhaupt zu beruhigen. Glücklicherweise hatte ich einen sehr geduldigen Hausarzt. Er hat mich beruhigt, mir eine Auszeit durch Krankschreibung (nicht für die komplette restliche Arbeitszeit) gegeben und mir geholfen wieder etwas mehr zur Ruhe zu kommen. Ende 2018 hab ich dann die Arbeit gewechselt und dachte damit das schlimmste überstanden zu haben.

DACHTE ICH..

Die neue Arbeit war cool und hat viel Spaß gemacht. Trotzdem wurde ich immer dunnhäutiger. Kleinigkeiten die mich früher nicht annähernd beeindruckt hätten, bringen mich stand jetzt komplett aus der Fassung. Meine Fitnessziele die Zwischenzeitlich echt gut liefen habe ich stand jetzt überhaupt nicht erreicht. (+10KG in 2 Monaten, allerdings nicht dank Sport 🙁 ) Ich habe immer wieder Phasen in denen ich mich mit Alkohol und Süßigkeiten „Belohne“ (wofür auch immer).

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin versuche ich einfach nur diese innere leere zu betäuben. Doch diese ehrlichkeit fällt mir extrem schwer.

Ich bin meiner Freundin extrem dankbar. Auch wenn ich zurzeit kein einfacher Freund bin steht Sie zu mir und hilft mir immer wieder das Positive zu sehen. Dabei ist Sie aber schonungslos ehrlich und sagt mir auch mal direkt wenn ich mich daneben benehme.

Wie geht es mir

Wie geht es mir? Stand jetzt würde ich das ganze als Mittelprächtig einstufen.

Verglichen mit früheren Tiefphasen geht es mir sogar extrem gut. Ich habe (meistens) nicht das Bedürfnis mich selbst zu verletzen. (Begriff SVV – Selbstverletzendes verhalten) Früher wäre das ein echtes Problem gewesen. Es gibt immer noch viele Narben an meinem Körper von diesem Verhalten, wenn auch die meisten nur schwer Sichtbar sind.

Auch der Drang mich selbst umzubringen (das auszuschreiben fühlt sich gerade extrem Verkehrt an) habe ich nicht mehr. Von daher geht es mir Wesentlich besser als früher.

Trotzdem sind diese Dunklen Gedanken immer wieder da. Heute zerstöre ich mich halt nicht mehr mit Klingen oder anderem offensichtlichen. Jetzt sind es „nur noch“ Dinge wie Alkohol und ungesundes Essen. :-/

Zeitweise war ich dieses Jahr schon an dem Punkt wo es für mich eine Last war überhaupt aufzustehen. Ich konnte mich Teilweise nicht einmal mehr für Sex begeistern (das will bei mir echt was heißen). Und vorfälle in der Arbeit die ich sonst vermutlich eher belächelt hätte haben mir echt zugesetzt.

Aktuell erhole ich mich davon. Schritt für Schritt komme ich aus dieser Dunklen Ecke meines Lebens heraus. Einerseits durch meine Freundin, andererseits zwinge ich mich dazu Dinge zu tun. Und wenn es „nur“ der Spaziergang zum einkaufen ist.

Spannenderweise kommt in momenten wo es mir gut geht immer wieder die Frage auf, ob ich so schnell schon wieder gute Laune haben darf. Rein logisch weiß ich, dass es dumm ist so zu denken. Dennoch, wenn ich ehrlich bin, sind das meine Gedanken.

Warum dieser Blogbeitrag?

Diesen Beitrag schreibe ich mehreren Gründen.

Zuallererst möchte ich die Stigmatisierung dieses Themas auflösen. Depressionen sind ein ernstes Thema und NICHTS! wofür man sich verstecken sollte. Im Gegenteil, es kostet viel Kraft darüber zu reden. Wenn jemand so weit ist, sollte er dafür nicht auch noch abgelehnt werden.

Dann ist es mir wichtig zu zeigen, dass MEIN Weg zur Selbstliebe eben auch durch Täler führt. Vielleicht lasse ich diese eines Tages hinter mir, vielleicht auch nie, das ist egal. Wenn ich damit irgendwann gut umgehen/Leben kann reicht mir das.

Und natürlich auch wegen Gründen wie:

  • Ich möchte absolut ehrlich hier auf dem Blog sein und nicht nur die „Sonnige Seite“ des Lebens zeigen
  • Ich wollte endlich mal einen neuen Beitrag schreiben 😉
  • Ich wollte es mir endlich von der Seele schreiben, der Beitrag brennt mir schon länger unter den Fingernägeln

Für alle unter euch, dennen es gerade nicht gut geht. Egal ob es euch gerade nur zu 0,00001% oder zu 100% nicht gut geht. Fühlt euch Virtuell gedrückt und BITTE! sprecht mit jemanden darüber.

Mein Ziel für dieses Jahr ist es, mir eine/n Therapeutin/en zu suchen der mir hilft damit klar zu kommen. Keine Schande wie ich finde, sondern ein Schritt der viel Kraft kostet und sehr erfolgreich ist. Frei nach Julia Engelman „…mit einem gebrochenen Bein gehst du doch auch zum Orthopäden, darum kannst du vielleicht mal mit nem Psychologen reden…“

Das Zitat ist bei ca. 3:38

Gruß Maxi

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